Halbierung der CO2-Emissionen in Leipzig erreicht!

Klima-Bündnis
Leipzig ist Mitglied im Klima-Bündnis Referenzprojekt

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Beschreibung:

In der ostdeutschen Stadt Leipzig sank durch die Umbrüche nach 1989 – rasche Stilllegung ineffektiver und umweltbelastender, meist mit Braunkohle betriebener Energieversorgungsanlagen sowie Zusammenbruch großer Teile von Industrie und Gewerbe – der CO2-Ausstoß zunächst schnell. Ab 1998 verlangsamte sich dieser Prozess und die CO2-Emissionen sanken durch den Ersatz von ineffektiven Altkraftwerken noch einmal erheblich. Zukünftig wird es erheblich schwerer den CO2-Ausstoß alle fünf Jahre um 10 Prozent zu reduzieren. Aber dafür wurde – ganz aktuell – ein integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept erarbeitet.

Auch die überarbeiteten Energieleitlinien schärfen die Klimaschutzziele: In den von der Stadtverwaltung genutzten Liegenschaften sollen die CO2-Emissionen von 2005 bis 2020 um 50 Prozent reduziert und der Energieverbrauch soll um 45 Prozent gesenkt werden. Um die neuen Ziele zu erreichen, müssen alle Ressourcen gebündelt werden. Neben der Anwendung neuer energetischer Standards, wie EnEV 2009 bei umfassender Sanierung und Passivhausstandard, der Umsetzung von Intractingmaßnahmen, der Umstellung auf Primärenergieträger mit geringem CO2-Ausstoß und dem stärkeren Einsatz regenerativer Energien, ist vor allem auch das Einwirken auf ein energiesparendes Nutzerverhalten im Sinne der neuen Anforderungen gefragt.

Leipzig hat im Rahmen des Modellprojekts „Intelligentes Stadtlicht“ die 360 Schinkelleuchten in der Innenstadt mit neuen Leuchtkörpern versehen: Die Entladungslampen wurden gegen LED-Leuchten ausgetauscht. Die Umrüstung auf LED führt zu einer Senkung des Energieverbrauchs um 89.369 Kilowattstunden pro Jahr und einer jährlichen Einsparung bei den Energiekosten von 19.700 Euro. Zudem wird der CO2-Ausstoß um 60,8 Tonnen jährlich verringert.

Der Strom für städtische Liegenschaften, die Eigenbetriebe der Stadt, die Straßenbeleuchtung und die Lichtsignalanlagen stammen seit 2012 mindestens zur Hälfte aus erneuerbaren Energiequellen.

Bereits seit 1994 ist die Stadt Mitglied im Klima-Bündnis. Mit der energetischen Sanierung städtischer Gebäude, dem Einsatz erneuerbarer Energien, der Beschaffung verbrauchsarmer Autos und der Pflanzung neuer Bäume ist Leipzig zudem in vielen Bereichen aktiv. So wurden 2010 am Naturbad Südwest eigens zur Verbesserung der Klimabilanz fünf Hektar Wald gepflanzt, das Ostwaldgymnasium wurde nach Passivenergiehausstandard saniert und auf der Franz-Mehring-Schule wurde eine Solarstromanlage errichtet. Inzwischen hat Leipzig die Passivhausbauweise für städtische Neubauten verbindlich festgelegt.

Im DUH-Wettbewerb „Bundeshauptstadt Klimaschutz 2010“ ist Leipzig mit einem Sonderpreis für Einsparungen bei der Informations- und Kommunikationstechnologie ausgezeichnet worden. Beim Neubau des Primärrechenzentrums des kommunalen IT-Dienstleisters ist es mit einem integrierten Gesamtkonzept gelungen, den Energiebedarf bei der Kühlung und Klimatisierung stark zu reduzieren.

Bei Klimaschutz spielt auch die Öffentlichkeitsarbeit eine große Rolle: So hatte die Klimaschutz-Kampagne 2010 das Ziel, viele Leipzigerinnen und Leipziger zu erreichen und zum umweltgerechten Verkehrsverhalten zu animieren, da die Wahl der Verkehrsmittel starke positive oder negative Auswirkungen auf unsere Umwelt hat. Die Kampagne wurde gemeinsam mit dem Klimaschutz-Arbeitskreis der Leipziger Agenda 21 entwickelt und auch die Unternehmen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurden zu klimagerechterem Mobilitätsverhalten aufgerufen.

Ein erfolgreicher Baustein der Kampagne ist die Beteiligung der Stadt Leipzig am bundesweiten Klima-Bündnis-Wettbewerb „Stadtradeln“. Dabei erreichte Leipzig 2010 einen zweiten Platz und 2011 mit insgesamt mit 326.542 zurückgelegten Kilometern zwei dritte Plätze.

Radverkehrsförderung hat in Leipzig eine mehr als zwanzigjährige Tradition. Die Stadt kann eine gute Bilanz vorweisen. Bei diversen Umfragen zum Thema „Fahrradklima“ belegte sie vordere Plätze. Derzeit gibt es rund 400.000 Fahrräder in der Stadt, bei weiterer Radverkehrsförderung werden es 2020 etwa 470.000 sein. Der Radverkehrsentwicklungsplan definiert drei Ziele: Steigerung des Radverkehrsanteils auf 18 Prozent im Jahr 2020 gegenüber 14,4 Prozent im Jahre 2008, Senkung des relativen Unfallrisikos um 25 Prozent bis 2025 gegenüber 2008 und Erhöhung der Nutzerzufriedenheit. Leipzig will den Radverkehr innerhalb des Umweltverbundes, also neben dem Zu-Fuß-Gehen und der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs, als tragende Säule der städtischen Mobilität weiter entwickeln. Mit einem Radverkehrs-Anteil von 18 Prozent, einem Fußgänger-Anteil von 27 Prozent und einem ÖPNV-Anteil von 25 Prozent läge 2020 der Anteil des Umweltverbundes an den täglichen Wegen bei 70 Prozent.

Auch wenn sich die Einwohnerzahl Leipzigs inzwischen stabilisiert hat und dem Trend zur Suburbanisierung erfolgreich entgegengewirkt werden kann, wird die für den ÖPNV ungünstige Mobilitätsentwicklung – wenn auch in abgeschwächter Form – in absehbarer Zukunft weiter anhalten. Dennoch ist es seit 1998 gelungen, nach den Einbrüchen der vorhergehenden Jahre durch ein verbessertes Angebot und verstärkte Öffentlichkeitsarbeit wieder zusätzliche Fahrgäste zu gewinnen und den Anteil der öffentlichen Verkehrsmittel am Gesamtverkehr zu erhöhen. Auch bei der Modernisierung des Fahrzeugparks und der Haltestellen unter Berücksichtigung der Belange mobilitätsbehinderter Personen wurden bereits große Fortschritte erreicht.

Mit der äthiopischen Partnerstadt Addis Abeba werden Projekte im Bereich Erneuerbare Energien und Fairer Handel durchgeführt. Um das Jahr 2000 wurde drei Jahre lang ein Aufforstungsprojekt in Coroata in Brasilien finanziert.


EnergieeffizienzEnergieeinsparungKlimagerechtigkeitÖPNVRadverkehrSuffizienz / Nachhaltigkeit
BürgerbeteiligungFinanzierung / FörderungKampagneÖffentlichkeitsarbeitplanerische MaßnahmeWettbewerb
BürgerInnenGewerbekommunale VerwaltungVerkehrsunternehmen / -betriebe

Projekt

Energie und Klima

Umsetzung

 

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Seit 2005

Geographische Angaben

 

Prager Straße 118 - 136

04317 Leipzig
560.472
Ja
Leipzig
Sachsen

Ansprechpartner

 

Herr Tilo Wille
tilo.wille at leipzig.de
+49-341-123-3692
Amt für Umweltschutz