Auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt – Neumarkt i.d.OPf. setzt Maßstäbe

Klima-Bündnis
Neumarkt i.d.OPf. ist Mitglied im Klima-Bündnis Referenzprojekt

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Neumarkt_ForschungsEntwicklungszentrum
Neumarkt_grueneHausnummer
Neumarkt_LadestationElektromobile
Neumarkt_OBThumann pflanzt zusammen mit den Kindern

Position

Informationen

Beschreibung:

Mit dem Beitritt zum Klima-Bündnis im März 2008 und der Unterzeichnung des Europäischen Konvents der Bürgermeister im Februar 2009 hat Neumarkt i.d.OPf. den Klimaschutz ins Zentrum der Stadtpolitik gestellt. Zudem sind mit dem im Jahre 2009 erarbeiteten Klimaschutzfahrplan sowie dem Energienutzungsplan umfassende Datengrundlagen für eine effiziente, vorausschauende und objektive Klimaschutzpolitik erarbeitet worden.

Der Stadtrat von Neumarkt hat am 26. Oktober 2011 das langfristige Klimaschutzziel beschlossen, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 um 95 % zu reduzieren und den Energieverbrauch zu halbieren. Konkret bedeutet dies insbesondere auch eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien und eine größtmögliche Energieautarkie. Um dieses Ziel Schritt für Schritt zu erreichen, laufen aktuell die Vorbereitungen zur Erstellung eines Masterplans 100 % Klimaschutz, der vom deutschen Bundesumweltministerium als Modellprojekt gefördert wird.

Oberbürgermeister Thomas Thumann betont, die Stadt habe „mutig den Schritt nach vorne getan, mehr als nur die von der EU vorgesehenen Einsparungen beim CO2 zu erreichen.“ Als Sprecher des Covenant Clubs Deutschland setzt sich Oberbürgermeister Thumann auch für Verbesserungen der Rahmenbedingungen für kommunalen Klimaschutz auf nationaler und europäischer Ebene ein.

Das Erreichen der ambitionierten Klimaschutzziele kann nur gelingen, wenn die Potenziale bestmöglich ausgeschöpft werden. Bereits 2010 betrug der Anteil der Stromeinspeisung nach dem EEG im Verhältnis zum gesamten Stromverbrauch in Neumarkt rund 44 %, im Jahre 2011 rund 51 %. Wichtige aktuell geplante Schlüsselprojekte, die diesen Anteil deutlich erhöhen werden, sind zum einen die beabsichtigte Investition der Stadtwerke Neumarkt in die Windkraft – hier sollen mehrere Anlagen Ökostrom für das Neumarkter Netz produzieren – zum anderen soll im Norden der Stadt ein Biomasseheizkraftwerk mit einer Wärmeerzeugung von 40 Gigawatt pro Jahr entstehen, mit dem zusätzlich Ökostrom erzeugt werden kann. Komplementär bemühen sich die Verantwortlichen der Stadt um eine optimierte Wärmeversorgung durch Abwärmenutzung aus der Industrie im Stadtsüden. Die Verteilung der Wärme soll über ein gut koordiniertes Fernwärmenetz erfolgen.

Maßnahmen wie die Versorgung der eigenen Liegenschaften mit Ökostrom aus Wasserkraft, eine zentrale Gebäudeleittechnik für städtische Gebäude und ein entsprechendes Energiemanagement, mehrere kleine dezentrale Blockheizkraftwerke, Energieeinsparung bei der Straßenbeleuchtung – allein die jüngste Sanierung spart im Jahr 536 Tonnen CO2 und rund 62.000 Euro an Stromkosten ein – sowie zahlreiche Maßnahmen zur Aktivierung der Bevölkerung – von der Energieberatung über Vorträge bis hin zur Auszeichnung von Energiesparhäusern mit einer „Grünen Hausnummer“ gehören inzwischen zu den geleisteten Aktivitäten der Stadt Neumarkt.

Leuchtturmprojekte wie das Netto-Plus-Energie-Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Neumarkt, das mehr Energie erzeugt, als es benötigt, die Energieeinsparung durch das Deammonifikationsverfahren in der städtischen Kläranlage, die beabsichtigte PV-Anlage an der Bahnlinie Neumarkt–Nürnberg im Stadtteil Pölling mit einer Leistung von 1,2 Megawatt, die in Zusammenhang mit Lärmschutzmaßnahmen umgesetzt wird, oder das Faktor 10-Förderprogramm – hier stellt die Stadt Neumarkt pro Jahr bis zu 1 Million Euro für die Sanierung von Privathäusern zur Verfügung – sind nur einige Beispiele dafür, dass die Stadt Neumarkt stets nach innovativen Lösungen sucht. Auch im Verkehrsbereich ist Neumarkt auf einem guten Weg – so wurde bereits im letzten Jahr die E-Mobilitätskampagne „jellyfish“ mit der Beschaffung von entsprechenden Dienstfahrzeugen und der Einrichtung von öffentlichen Ladestationen ins Leben gerufen, die Beteiligung an der Initiative „Fahrradfreundliche Stadt“ wurde gestartet und in Kürze beginnt die Umsetzung des Gesamtverkehrsplans.

Schließlich sind für die Neumarkter auch die Bereiche Bildung und Forschung entscheidend auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt. So wurde die Stadt mit der Eröffnung des Forschungs- und Entwicklungszentrums in Kooperation mit der Ohm-Hochschule Nürnberg im September 2011 ein Kristallisationspunkt für innovative junge Unternehmen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien geschaffen. Die Neumarkter Nachhaltigkeitskonferenz, die Neumarkter Kinderakademie und das Förderprogramm „Nachhaltigkeit neu lernen“ mit einem Budget von 50.000 Euro jährlich sind zudem nur einige wenige Beispiele dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger intensiv in den Nachhaltigkeitsprozess mit eingebunden werden. Erwähnenswert ist noch die Mitwirkung der Stadt Neumarkt im europäischen Netzwerksprojekt eReNet, das im Rahmen des Programms Intelligente Energie Europa gefördert wird und bei dem ein Wissens- und Technologietransfer in Bezug auf Klimaschutz und Energie erfolgen soll.

Dieses Engagement für eine nachhaltige Entwicklung hat Aufmerksamkeit erregt: Im November 2010 zeichnete die UNESCO Neumarkt als erste Stadt in Deutschland bereits zum dritten Mal als Stadt der Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ aus. Ein Jahr zuvor war Neumarkt die erste FairTrade-Stadt Bayerns und im April 2011 erhielt die Stadt das Siegel „Nachhaltige Bürgerkommune“ des Bayerischen Umweltministeriums.

Für Bürgermeisterin und Klimaschutzreferentin Ruth Dorner gehören Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu den wichtigen Daseinsaufgaben in einer Kommune: „Dabei geht es für mich um unsere Heimat und unsere Lebensbedingungen. Dass wir hierbei mit viel Einsatz auf einem sehr guten Weg unterwegs sind, ja dass wir modellhaftes Beispiel und Vorreiter für andere sind, wird uns immer wieder bestätigt.“


Bauen / Sanieren (Gebäude)E-MobilitätEnergieeffizienzEnergieeinsparungEnergieversorgungmotorisierter Individualverkehr (MIV)Radverkehrregenerative EnergieerzeugungSiedlungsentwicklungsonstigesSuffizienz / Nachhaltigkeit
BürgerbeteiligungFinanzierung / FörderungKampagneÖffentlichkeitsarbeitplanerische MaßnahmeSonstigeVernetzung
BürgerInnenEnergieversorgungsunternehmen (EVU)FahrzeughalterImmobilieneigentümerkommunale VerwaltungVerkehrsunternehmen / -betriebe

Projekt

Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Umsetzung

 

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Seit 2008

Geographische Angaben

 

Fischergasse 1

92318 Neumarkt i.d.OPf.
39.333
Ja
Neumarkt i.d.OPf.
Bayern

Ansprechpartner

 

Herr Ralf Mützel
ralf.muetzel at neumarkt.de
+49-9181-512266